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Suisse : une motion au Parlement pour faire interdire les « thérapies de conversion » pour les mineurs

Suisse : une motion au Parlement pour faire interdire les « thérapies de conversion » pour les mineurs

>> Dubiose Therapeuten versprechen auch in der Schweiz, Homosexualität zu kurieren. Nun soll der Bundesrat betroffene Jugendliche schützen.

« Lorsque j’ai entendu parler de ce type de traitement, j’en ai eu la chair de poule », confie sur « 20min » Rosmarie Quadranti, conseillère nationale (PBD/ZH). Elle a appris que des « guérisseurs » prétendaient « soigner » des homosexuels de leur « différence » : « Je ne pouvais pas imaginer que ceci puisse être vrai au XXIe siècle (...) Que des adultes y consentent volontairement c'est une chose, mais on doit protéger nos jeunes gens, déjà vulnérables, des risques potentiels qui en découlent », insiste l'élue zurichoise, qui vient d'introduire une motion au Parlement pour réclamer l’interdiction de ces « pseudo-thérapies », sous peine de poursuites.

« On ne choisit pas son orientation sexuelle ! », rappelle encore Stephan Bischof, du comité de l’organisation nationale Pink Cross, qui exhorte également l'Etat à mettre un terme à « ces pratiques sauvages de la part des fondamentalistes au sein des Eglises protestantes et catholiques ». Il a rencontré plusieurs adolescents de 13 ou 14 ans contraints par leurs parents à ces méthodes sournoises de manipulation. Aucun cas par application d'électrochocs, comme souvent observé aux États-Unis, mais la tendance est en plein essor en Suisse, au sein des communautés religieuses, poursuit-il. D'autant plus inquiétant que ces « cures », sans fondement scientifique ou médical, sont non seulement pratiquées par des charlatans, « mais aussi par des psychologues titulaires d'un diplôme d’Etat ».

Dans la « Schweiz am Sonntag », un jeune homme âgé aujourd’hui d’une trentaine d’années témoigne effectivement de ses dix ans d'une tentative de conversion entamée alors qu'il découvrait ses premiers émois d'adolescents : « J’ai grandi dans les milieux évangéliques où l’homosexualité est considérée comme un péché qui mène à la perdition, mais néanmoins curable », confie-t-il au journal dominical. « Ce serait d'ailleurs un dérèglement psychologique, induit par un conflit avec le père ou une relation trop fusionnelle avec la mère, tel que décrit dans les livres qui circulent dans ces cercles ». Un argument servi en permanence mais qui apparaît comme « la solution plausible », surtout lorsqu'on est jeune, en immersion et que l'on vous persuade que votre situation est « dramatique » : « La pression était énorme, il fallait absolument rentrer dans les rangs. Et j'ai commencé les consultations, comme d'autres mineurs de ma communauté ».
Mais ça n’a pas marché. Si ce n'est la dépression et les envies de suicide, le désir pour une femme n'a jamais germé. En revanche, les dégâts sont conséquents : Je ne me suis pas réalisé en tant qu'hétérosexuel mais il m'aura fallu une année ensuite pour se reconstruire »
, ajoute-t-il.

Facturées de 60 à 80 francs, ces « services » seraient même parfois pris en charge par les complémentaires santé. « Un abus manifeste, une violation flagrante du code de conduite, au mépris de l'intégrité personnelle d'un patient, si ces machinations d'initiés étaient vérifiées », souligne Sandra Kobelt, porte-parole de la faîtière des assureurs santé suisses.

Selon la victime, une vingtaine de ces « guérisseurs d'homosexuels », bien connus et actifs dans diverses institutions, seraient des « ex-gays », en proie à des luttes intérieures, qui pour masquer leurs propres élans hypocrites, se complaisent « dans un zèle de missionnaire » au détriment de toutes ces autres personnes transposées en « patients ».

Résolue dans son initiative, Rosmarie Quadranti espère un soutien du gouvernement.

En avril 2015, suite à une pétition demandant explicitement l'interdiction de ces pratiques dangereuses et fallacieuses, Barack Obama avait annoncé dans un communiqué souhaiter y mettre un terme. Sans toutefois réclamer de loi fédérale pour les interdire à l’échelle nationale, il a apporté son soutien aux Etats qui, comme la Californie, le New Jersey ou Washington, choisiraient de les rendre illégales.

Terrence Katchadourian
stophomopobie.org

>> « Als mir zugetragen wurde, dass es noch solche Therapien gibt, habe ich Hühnerhaut bekommen », sagt BDP-Fraktionschefin Rosmarie Quadranti.

« Ich dachte: Das darf in der Schweiz im 21. Jahrhundert doch nicht wahr sein. » Die Rede ist von Heilern, die Homosexuelle von ihrer « Andersartigkeit » kurieren wollen.

In einem politischen Vorstoss verlangt Quadranti ein Verbot solcher Therapien bei Minderjährigen. Wenn ein erwachsener Mensch sich einer Behandlung unterziehen wolle, sei das seine Sache. Aber Jugendliche, die eventuell von den Eltern oder Drittpersonen unter Druck gesetzt würden, müssten geschützt werden. « Für die Betroffenen sind die Therapien mit unendlichem Leid verbunden », so Quadranti. Die Suizidrate sei bei schwulen und lesbischen Jugendlichen ohnehin erhöht. « Wir dürfen es nicht verantworten, dass selbsternannte Heiler Teenager in der Pubertät in den Selbstmord treiben. »

« Psychologische Vergewaltigung »

Stephan Bischof, Vorstandsmitglied beim Schweizer Dachverband der Schwulen Pink Cross, kennt mehrere Fälle von Betroffenen. Viele seien 13 oder 14 Jahre alt, wenn sie von den Eltern in die Therapie geschickt würden. Praktisch alle stammten aus dem religiösen Umfeld. « Die meisten bewegen sich in fundamental-evangelischen oder evangelikalen Kreisen. Ich kenne aber auch zwei Fälle aus dem katholischen Milieu. » Dort würden die Namen von Heilern, welche sich auf den « Umgang mit homosexuellen Gefühlen » spezialisiert haben, unter der Hand weitergegeben.

« Was mich selber sehr überrascht hat, ist, dass es sich nicht nur um selbsternannte Therapeuten handelt, sondern teilweise auch um Psychologen mit staatlichem Diplom », so Bischof. « Es ist pervers, was diese Leute mit schutzbedürftigen Teenagern machen. » Den Betroffenen werde gesagt, sie müssten nur genug Willensstärke an den Tag legen – « dabei ist ja wissenschaftlich bewiesen, dass Homosexualität nichts ist, was man sich aussucht ». In den USA würden gar Elektroschock-Therapien angewandt, solche Fälle seien in der Schweiz glücklicherweise nicht bekannt.

Neues Gesetz nötig?

Wer im Internet nach « Heilung Homosexualität » in der Schweiz sucht, wird schnell fündig. Eine Organisation wendet sich etwa direkt an Menschen, « die sich eine Veränderung ihrer gleichgeschlechtlichen Orientierung wünschen ». Auf der Website heisst es: « Heute gibt die Schwulenbewegung (...) das Denkverbot: lebe es aus, ein anderer Weg ist nicht denkbar. Wer anders denkt, wird mundtot gemacht. Bei mir sollen SIE erspüren, was ihr innerer Konflikt ist und wie Sie damit umgehen wollen. »

In ihrem Vorstoss will Rosmarie Quadranti vom Bundesrat wissen, ob Therapien gegen Homosexualität heute bereits strafbar sind – ob etwa der Straftatbestand der Nötigung erfüllt ist. « Wenn nicht, dann muss geprüft werden, ob gesetzliche Anpassungen nötig sind. »

ICF sieht kein Problem

Für Nicolas Legler, Sprecher der Freikirche ICF, ist diese Diskussion « bedenklich »: « Jeder Mensch soll selber entscheiden, welche Therapien er für sich in Anspruch nehmen möchte. » Es sei eine krasse Bevormundung, wenn die Politik diktiere, welche Behandlungen « genehm sind ». Legler kennt mehrere ICF-Besucher, die eine solche Therapie besucht haben. « Ich gehe davon aus, dass sie das aus freien Stücken gemacht haben – ICF übt jedenfalls keinerlei Druck aus. »

Die wissenschaftliche Darstellung, dass Homosexualität angeboren sei, sei nicht unbestritten: « Es gibt durchaus Betroffene, die von einer erfolgreichen Behandlung berichteten. » 

Ein junger Christ erzählt, wie er Opfer einer evangelikalen «Umpolungs»-Therapie wurde

Es hört sich an wie eine Praxis aus dem barbarischen Mittelalter. Aber Beobachter gehen davon aus, dass sie in Kreisen namentlich von evangelikalen Christen Hochkonjunktur hat: das « Umpolen » von Homosexuellen.

A. B.* hat es am eigenen Leib erlebt. Er erzählt im Gespräch: « Ich wuchs in evangelikalen Kreisen auf. Homosexualität gilt als Sünde, die einen in die Hölle bringt. Aber sie wird als ‹heilbar› dargestellt. Und die Bücher, in denen das beschrieben wird, klingen sehr einleuchtend, wenn man in diesen Kreisen drin ist. »

Psychologisch werde die Homosexualität in diesen Kreisen « als Resultat eines Konflikts zum Vater oder zu naher Beziehung zur Mutter erklärt», sagt der junge Mann. Für ihn als Kind war die Situation dramatisch. «Es lastete ein enormer Druck auf mir als Teenager, so zu sein oder zu werden wie die anderen. Mit 15 begann ich eine ‹Therapie›, deren Ziel es war, mich ‹umzupolen›. Ich war also noch minderjährig. Ich weiss auch von anderen, die noch als Minderjährige in solche Therapien kamen. »

Nicht weniger als zehn Jahre lang dauerte die als « Therapie » verkaufte Tortur. Der junge Mann hatte immerhin noch das Glück, dass ihm irgendwann von selbst ein Licht aufging. Er berichtet: « Zum Glück merkte ich gegen Schluss, dass das Schindluderei war, und ich brach die Therapie ab. Ich brauchte aber dann mindestens ein Jahr, um mich selbst wieder zu finden. »

Die « Therapieformen », die der « Therapeut» beim jungen Opfer anwendete: « Ich musste beispielsweise den Mann beschreiben, in den ich mich verliebt hatte. Der ‹Therapeut› stellte Fragen über diesen Mann, bis ich ihn nicht mehr als Person, sondern als Ausgleich all meiner angeblichen Mängel, Schwächen und so weiter sah. Ich sah nicht mehr die Person. »

Ein anderes Beispiel, wie der junge Mann von der Homosexualität « geheilt » werden sollte: « Ich hasste Fussball, musste mich aber zwingen, Fussball zu spielen. Dabei ging es um eine Art Abhärtung. Ziel war, zu Männern in einer anderen Beziehung zu stehen als nur in einer sexuellen. » Von Glück kann A. B. reden, dass andere Umpolungs-Praktiken bei ihm nicht mehr eingesetzt wurden. « Früher wurde noch mit Stromstössen «therapiert›, das gibt es bei uns heute nicht mehr », erzählt A. B. « Man erhielt ein Foto von einem nackten Mann gezeigt und bekam dann einen Stromstoss. Auf diese Weise sollte ein Abwehrreflex verankert werden. »

Aus der Distanz von einigen Jahren sagt der junge Mann, der nach wie vor überzeugter Christ ist, allerdings nun in der reformierten Landeskirche: « Diese Umpolungs-Therapien können gerade bei Jugendlichen enormen Schaden anrichten. Jugendliche, die eigentlich keine Probleme haben, werden kaputtgemacht, ihr Selbstwertgefühl wird zerstört. Sie werden dazu gebracht, sich minderwertig zu fühlen. Sie sollen das, was sie lieben, hassen. »

Und sie sollen so weit gebracht werden, eine Hetero-Beziehung eingehen zu können. « Es geht darum, sich so weit unter Kontrolle zu bekommen, dass man eine Beziehung zu einer Frau eingehen kann. Auch wenn das nie richtig funktionieren wird. Erotische Gefühle entwickeln sich keine. »

Stephan Bischof, Vorstandsmitglied von Pink Cross, dem Schweizer Dachverband der Schwulen, versteht die Welt nicht mehr ob solcher Schilderungen: « Die sexuelle Orientierung ist nicht selbst gewählt, sondern gegeben. Man kann sogar sagen: gottgewollt! » Und klar sei doch: « Gott kann nie gewollt haben, dass Menschen solch psychisches Leid in Form der Heilung verursachen. Hier muss der Staat gesetzliche Flanken setzen und dem wilden Treiben der Fundis der evangelischen und katholischen Kirche ein Ende setzen. »

Unterstützung kommt jetzt von BDP-Fraktionschefin Rosmarie Quadranti (ZH). Sie hat diese Woche eine Interpellation eingereicht, in der sie feststellt: « In der Schweiz werden nach wie vor Therapien auch bei Minderjährigen durchgeführt, die eine Heilung von Homosexualität versprechen. Nach wie vor gibt es Psychologen, Therapeuten und Seelsorger, die Homosexualität als Krankheit deklarieren und Jugendliche oft jahrelang therapieren. » Quadranti will diese Praktiken verbieten und unter Strafe stellen, wie sie klarmacht. Sie fragt den Bundesrat: « Geht er davon aus, dass ein Straftatbestand, z. B. Nötigung, erfüllt ist? » Sie warte jetzt die Antwort der Regierung ab und werde wenn nötig weiter insistieren, um diese Praktiken abzustellen, sagt sie.

Gemäss dem Opfer A. B. gibt es viele solcher « Heiler ». « Mir selbst sind etwa 20 solche ‹Therapeuten› bekannt », sagt er. « Sie sind in verschiedenen Einrichtungen wie Wüstenstrom, Living Waters oder Der Neue Weg tätig. » Bei den meisten « Therapeuten » handle es sich um « geheilte » Gays. « Man merkt als Gay aber rasch, dass sich diese ‹Therapeuten› selbst etwas vormachen oder dass sie etwas vorspielen. Ihr Motiv ist häufig heterosexuelle Selbstverwirklichung oder missionarischer Eifer. Sie können ihr Gay-Sein auf Kosten der ‹Patienten› insgeheim ausleben. Oder tragen ihren eigenen inneren Kampf auf deren Schultern aus.  Sein Fazit: « Es ist eine verlogene, gefährliche Szene. »
Und die «Therapeuten» verdienen darüber hinaus noch gut dabei. «Therapielektionen kosten 60 bis 80 Franken», so der junge Mann. Er weiss: « Es gibt sogar Psychotherapeuten, die solche Dienstleistungen über die Krankenkasse abrechnen. »

Also zahlen auch noch die Prämienzahler für solche « Heilungen ». Sandra Kobelt, Sprecherin des Krankenkassenverband Santésuisse, sagt, sie habe bisher keine Hinweise darauf. Dazu bräuchte es Informationen von Insidern. Kobelt: « Aus unserer Sicht würden solche Machenschaften einen klaren Missbrauch der sozialen Krankenversicherung bedeuten. Und einen klaren Verstoss gegen die Standesregeln der Leistungserbringer und eine Missachtung der persönlichen Integrität eines Patienten. »

* Initialen geändert.